DAMIEN HIRST: ART-CHAMÄLEON - Culture
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DAMIEN HIRST: ART-CHAMÄLEON

© Anton Corbijn

Damien Hirst polarisiert. In den 1990er Jahren als Highflyer der Kunstszene gefeiert, wurde der Brite in der darauffolgenden Zeit zunehmend für seine kommerziellen Werke kritisiert. Vor einigen Monaten hat der Maler, Bildhauer und Konzeptkünstler seine erste eigene Galerie in London eröffnet. Dort zeigt er Werke aus seiner privaten Sammlung. Hat das entfant terrible die Seiten gewechselt?

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Seit den 90er Jahren erregt der britische Künstler Damien Hirst mit weltberühmten Werken wie „For the love of God“ die Gemüter der Kunstszene. © Victor Mara Ltd, Photo by Prudence Cuming Associates  

Wer den Namen Damien Hirst hört, denkt unwillkürlich an einen in Formaldehyd eingelegten Tigerhai oder das Werk „For the Love of God“, den berühmten diamantbesetzten Platinabguss eines menschlichen Schädels. Plakative Kunstobjekte, die Hirst schnell zum Superstar der Künstlergruppe YBA (Young British Artists) aufsteigen ließen und seinen internationalen Durchbruch bedeuteten. Der Beginn einer steilen Karriere, die für viele Beobachter weniger wie Zufall als vielmehr nach Strategie aussah. Einen mangelnden Geschäftssinn kann man dem Konzeptkünstler nicht unterstellen, Hirst ist kein typischer „L‘art pour l‘art“Künstler. Kritiker warfen ihm Fließbandarbeiten und Proftigier vor – ein No-Go für Kreative. Fest steht, dass Hirsts eigene Person sowie die Absurditäten der Szene stets Teil seiner provokanten Kunst waren. Die Preise, die Hirsts Werke zum Teil erzielten, können getrost als horrend bezeichnet werden, auch wenn der Marktwerk der spektakulären Werke seit 2013 stetig sank.

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© The John Hoyland Estate Foto Prudence Cuming Associates

In seiner Newport Street Gallery, unweit der Londoner Tate Britain, wählt der 50-Jährige seit Oktober letzten Jahres die Perspektive eines Galeristen. Das umgebaute Industriegelände, das aus mehreren Backsteinbauten besteht, soll vor allem Hirsts private Kunststammlung in Szene setzen. Als Kurator der bahnbrechenden Freeze-Ausstellung, die er 1988 als Student organisierte, ist Hirst die Rolle des Gastgebers für Kunst durchaus vertraut. Mit Spannung und großer Aufmerksamkeit wurde die erste Ausstellung in der Newport Street Gallery erwartet. Hirst wählte Werke des abstrakten Malers John Hoyland für die Eröffnungsschau auf 3.500 Quadratmetern. Eine Entscheidung, die auf unterschiedliche Resonanz stieß. Die polarisierende Rolle wird der Engländer so schnell nicht los. Es bleibt abzuwarten, was der Künstler, Kurator, Kunstsammler und Galerist Hirst in Zukunft ausstellt, schließlich besitzt er über 3.000 Werke, unter anderem geschaffen von namhaften Kollegen wie Pablo Picasso, Francis Bacon, Tracy Emin und Banksy. Er selbst bezeichnet die Newport Street Gallery aber vor allem als Ort, an dem zeitgenössische Künstler einem breiten Publikum präsentiert werden.

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© The John Hoyland Estate, Foto Prudence Cuming Associates

Ob Damien Hirst den Nachwuchs fördern oder mit seiner Galerie vor allem seine eigene Karriere wieder ankurbeln möchte, wie böse Zungen behaupten, überlassen wir der eigenen Interpretation. Immerhin investierte er rund 34 Millionen Euro seines Privatvermögens, um seine Vision von einer Galerie umzusetzen und nebenbei sein Kunstimperium zu erweitern. Vom Ergebnis kann sich jeder Besucher selbst überzeugen, denn der Eintritt zum neuen Kunst-Hotspot Londons ist frei. Kunst für alle!

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In einem markanten Industriebau nahe der Tate Britain eröffnete Damien Hirst im Oktober 2015 seine erste Galerie. © Victor Mara Ltd, Foto Prudence Cuming

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