L'Arte Provocante | Guiseppe Veneziano | New Pop Art
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L’Arte Provocante

von Stephanie Sommerfeld

© Giuseppe Veneziano_La pietà di superman

 

Moderne Kunst ist zuweilen auch Kulturkritik. Der Reiz, Alltagsgegenstände, generell alles was uns tagtäglich begegnet, in der Kunst in einen völlig neuen Kontext zu setzen, ist keine Erfindung der Neuzeit, wird aber leidenschaftlich bereits seit der Pop Art und noch viel mehr in der Streetart-Szene intensiv genutzt.​

Andy Warhol hat mit der Darstellung einer Tomatensuppendose über die Landesgrenzen der USA hinweg Weltberühmtheit und Kultstatus erlangt. Banksy sprüht an die Wände der Londoner Innenstadt Bilder von Ratten, die als Metapher für die überarbeitete und egozentrische Bevölkerung verstanden werden können. Bei Giuseppe Veneziano sind es vorrangig Superhelden, Politiker und Prominente die im Mittelpunkt stehen. Er transferiert Helden einer fiktiven Comic-Welt in die irdische Welt des 21. Jahrhunderts; wilde Sex-Partys mit Hitler, der vollbusigen Jessica Rabbit, Schneewittchen und einem lüsternden Berlusconi, der sich über Pornolegende Cicciolina hermacht, inklusive.

© Giuseppe Veneziano_Mela Mara

 

Guiseppe Veneziano wurde 1971 in Sizilien geboren und gehört heute zu den führenden Vertretern der italienischen New Pop Art. Seine Leidenschaft, nämlich dem Karikieren bekannter Figuren und Persönlichkeiten, begann bereits im Kindesalter. Mit sechs malte er Charaktere italienischer Zeichentrickfilme in überdimensionaler Größe auf die Bürgersteige seiner sizilianischen Heimatstadt Mazzarino. Nicht ganz zum Vergnügen seiner konservativen und katholisch geprägten Familie. Dem Wunsch seiner Mutter folgend, besuchte er die technische Fachoberschule und studierte in Palermo Architektur. Während seiner Studienzeit verdiente er nebenbei Geld als Cartoonist und Illustrator für verschiedenen Zeitungen. Heute lebt Veneziano in Mailand und hat sich voll und ganz der Kunst verschrieben. Und bis heute gehört das Porträtieren populärer Zeichentrickfiguren zu seinen Kernthemen.

© Giuseppe Veneziano_Love is a losing game

 

Das, was Warhol, Hockney und Roy Lichtenstein in der 50er und 60er Jahren begonnen haben, führt Guiseppe Veneziano in überspitzer, provokativer und nicht selten anrüchiger Manier fort. Realistische Zeichnungen in knalligen Farben, die inhaltliche Auseinandersetzung mit Popkultur und allem, was dazu gehört – Konsum, Massenmedien und Glamour – das sind die typischen Merkmale Venezianos New Pop Art. Was dazu kommt, sind ironische Bildaussagen und die Verkehrung des Glamourösen ins Tabuisierende. Personen des öffentlichen Lebens, von Amy Winehouse bis Maria Rosaria Carfagna, Idole aus Kunst, Politik oder Religion werden von Veneziano schonungslos konterkariert.

© GiuseppeVeneziano_jesus charlie

 

Ein Mugshot von Jesus Christus, der ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ in die fiktive Kamera hält, ein Baby-Hitler auf dem Schoße der heiligen Madonna, eine Szene, in der Minnie Mouse Goofy einen Blowjob verpasst. Und während sich Batman mit seiner Kollegin Wonder Woman eine Line Koks reinzieht, sitzt sein Nebenspieler und Gefährte Robin einsam und vergessen auf einem Eisberg in der Arktis. Guiseppe Veneziano schreckt vor nichts zurück.

© Giuseppe Veneziano_Super Cocaine

 

Von dem Bordstein schafften es seine provokanten Werke schließlich auf die Biennale in Venedig und in die großen Galerien der Welt. Noch bis zum 5. April sind seine Werke in der Galerie Kronsbein im Herzen Münchens zu bestaunen.

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